Bewertung des Materials
Das hier besprochene Material gibt es dort.
+++ Ein Lehrer der Stadtteilschule Walddörfer hat das Unterrichtsmaterial konzipiert +++ Der Hamburger Datenschutzbeauftragte und das Landesinstitut für Lehrerbildung sind Organisatoren +++ Von der Uni-Hamburg erfolgte eine didaktische Unterstützung +++ Das Jugendprogramm ENJOY vom NDR bietet mediale Unterstützung und Multiplikatorfunktion +++ Es richtet sich an 11 bis 13-jährige, wurde in einer 7. Klasse erprobt +++ Kann in Klassenverbänden mit Internetzugang als Unterrichtseinheit eingesetzt werden +++ Ziel ist es Bewusstsein für den Umgang mit eigenen Daten im Internet zu bekommen. +++ Themen sind u.a. Cybermobbing, peinliche Bilder, Abofalle, Phishing+++ Dauer etwa 12 Stunden +++Das Thema ist wichtig – das Unterrichtsmaterial finde ich ebenfalls gelungen. Interessant daran ist zudem, dass dabei auch Lehrer, die von der Materie ebenfalls noch recht wenig Ahnung haben, dabei eine Menge lernen und die zusätzlichen Hinweise (z.B. auf Bildbearbeitungssoftware und sogar Tastenkombinationen zur Bildbearbeitung) geboten bekommen.
Die einzelnen Themen sind auch für den unbedarften Lehrer verständlich eingeleitet, bieten kurze Zusammenfassungen und, sehr wichtig, konkrete Fragestellungen. Das mag der gut ausgelastete Lehrer. Jedoch hätte ich mir in einigen Fällen durchaus Links zu Zeitungsartikeln und Videos (wie beispielsweise dem eigenen Profil, das schon vor einem selbst zum Bewerbungstermin erscheint) gewünscht. Wenngleich ich – wie im vergangenen Artikel bereits angedeutet – mir auch durchaus vorstellen könnte, öffentlich zugängliche Daten der Schüler zu verwenden.
Beim Punkt Cybermobbing werden zudem pädagogische Maßnahmen genannt, wenn so etwas innerhalb der Klasse vermutet wird. Diesen Punkt fand ich für mich irgendwie klar – es ist aber trotzdem wichtig noch einmal darauf i. Interessanterweise wird das „Vertrauen“ besonders hervorgehoben (das sah ich in der ersten Teilaufgabe ebenfalls als wichtigen Baustein – ohne das Material zu dem Zeitpunkt schon gelesen zu haben).
Die Einheit verzichtet auf genaue Zeitangaben und -abschnitte. Das gibt uns einerseits die Freiheit die Themen nach Bedarf zu gewichten (Abo-Fallen dürften m.E. nicht mehr so wichtig sein) kann aber auch dazu führen, dass man sich verzettelt…
Das integrierte Planspiel dürfte bei den Schülern den größten Lerneffekt hinterlassen. (für die Leser, die anderen Aufgaben bearbeitet haben: Dort können sie miteinander chatten, Ego-Shooter spielen – jedoch nicht wirklich, sondern lediglich eine Zeitspanne dafür eintragen und weitere Dinge machen. Dazu melden sie sich auf einer besonderen Internetseite an. Im weiteren Verlauf wird klar, dass sich alle rekonstruieren lässt und sogar Nicknames klar zuzuordnen sind). So habe ich es jedenfalls aus der Anleitung abgelesen.
Die größte Stärke in dem Material liegt meiner Meinung nach darin, dass es von einem Lehrer gemacht wurde und so auch alle Bedürfnisse abdeckt. Hinzu kommen nutzbare Elemente wie etwa das Planspiel. 30 Seiten Umfang erscheinen mir bei 12 Stunden auch angebracht.
Die Ergebnissicherung in Form eines Leitfadens für jüngere Schüler ist insofern gelungen, weil die Schüler selbst Screenshots machen und das Material damit immer auf einem akzeptablen Stand ist (jeder, der bei facebook ist weiß, dass sich der Datenschutzbereich ständig verändert und immer unübersichtlicher wird). Hinweis: Die Datensicherung könnte auch in Form einer Website (primolo?) gemeinsam verfasst werden und wäre damit leichter veränderbar und hätte zudem Effekte auf die Vermittlung bei jüngeren Schülern. Wenn die Jüngeren in späteren Jahrgängen das Projekt jedoch ebenfalls in ihrer Klasse durchnehmen, wäre für sie vieles doppelt…
Mein Fazit: Daumen hoch. Für 11 bis 13 Jahre alte Schüler wunderbar geeignet (auf die geförderten Kompetenzen verzichte ich an dieser Stelle). So eine Einheit kann sogar von Erwachsenen mitgemacht werden. Lediglich die Oberfläche des Planspiels wirkt etwas unattraktiv. Als Ergänzung hätte ich mir jedoch auch einen Punkt zum Urheberrecht bei Bildern, Musik und Texten gewünscht. Illegaler mp3-Download dürfte nach dem Planspiel dann nämlich tabu sein.